Der systemische Ansatz ist für mich weit mehr als eine therapeutische Methode.

Systemische Therapie beschreibt als Methode zwar ein Handwerkszeug — vor allem aber eine Haltung, mit der ich Menschen begegne: wertschätzend und stärkenorientiert.

Was ist systemische Beratung?

Systemische Beratung betrachtet ein Anliegen nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit den Beziehungen, in denen ein Mensch lebt. Statt zu fragen „Was ist falsch?", frage ich: „Wozu ist dieses Verhalten gerade gut — und was wäre stattdessen möglich?"

Stärken stärken: ressourcenorientierte Therapie

Jeder Mensch trägt die Fähigkeiten zur Bewältigung seiner Herausforderungen bereits in sich. Manchmal sind diese in belastenden Situationen nur aus dem Blick geraten und man braucht ein wenig Unterstützung, um sich ihrer wieder bewusst zu werden. Deshalb liegt mein Fokus nicht nur auf dem, was schwer ist, sondern auch auf dem, was bereits vorhanden ist: Stärken, Fähigkeiten, Erfahrungen und Schutzfaktoren.

Diese ressourcenorientierte Therapie bedeutet in der Praxis eine stärkenorientierte Begleitung von Kindern: Wir suchen nach dem, was schon einmal funktioniert hat, und bauen darauf auf. Schutzfaktoren von Kindern zu stärken — verlässliche Beziehungen, Selbstwirksamkeit, ein starker Selbstwert, Humor, ein Ort zum Auftanken — wirkt oft nachhaltiger, als immer wieder um das Problem zu kreisen.

Beziehungsweise: alles hängt zusammen

Kein Mensch lebt für sich allein. Kinder und Jugendliche sind immer Teil ihres Umfeldes — ihrer Familie, der Schule, ihres Freundeskreises oder anderer wichtiger Beziehungen. Deshalb schaue ich nicht nur auf einzelne Symptome, sondern auf das Zusammenspiel all dieser Bereiche. Ein Symptom als Teil des Systems zu verstehen nimmt Druck von allen Beteiligten: Niemand ist schuld, und niemand muss sich „reparieren" lassen.

Ich vergleiche das gerne mit einem Mobile: Bewegt sich ein Teil, geraten auch die anderen Teile in Bewegung. So kann eine Veränderung im System Schule, Familie etc. schon durch kleine Verschiebungen im Denken, Fühlen oder Handeln entstehen — und alles ordnet sich neu.

Lösungsorientierte Beratung: Was hilft im Hier und Jetzt?

Mich interessiert vor allem die Frage: Was kann Ihrem Kind oder Ihnen im Hier und Jetzt helfen? Lösungsorientierte Beratung heißt für mich, gemeinsam neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Nicht die perfekte Lösung von außen steht im Vordergrund, sondern ein individuell passender Weg, der zu Ihrem Kind, Ihrer Familie und Ihrer Lebenssituation passt.

Meine Wirklichkeit, deine Wirklichkeit: Perspektivwechsel

Jeder Mensch nimmt seine Umwelt auf ganz eigene Weise wahr. Deshalb gibt es für mich kein „richtig" oder „falsch", „gut" oder „schlecht", sondern nur unterschiedliche Sichtweisen. Jedes Verhalten hat einen Sinn im jeweiligen Lebenskontext. Ein Perspektivwechsel ist in der Therapie deshalb kein Nebeneffekt, sondern das Werkzeug: Durch neue Blickwinkel entstehen Verständnis, neue Möglichkeiten und oft überraschende Lösungen.

Wie ich arbeite: Gespräch, Systembrett und kreative Methoden

Je nach Alter und Anliegen arbeite ich im Gespräch, mit dem Systembrett, Schleichfiguren, Alltagsgegenständen, Bildern, Rollenspielen, Bewegung und beim Basteln, Spielen oder Malen. Je nachdem was zum Klienten passt und mir gerade sinnvoll erscheint. Eine Aufstellung am Systembrett macht zum Beispiel Situationen und Beziehungen im Raum sichtbar — gerade Kinder verstehen so oft in Minuten, was in Worten schwer zu fassen ist.

Resilienztraining für Kinder und Jugendliche

Als ausgebildete Resilienztrainerin arbeite ich mit Elementen, die die innere Widerstandskraft fördern. Resilienztraining für Kinder bedeutet dabei nichts Abstraktes: Es geht um Lösungsorientierung, Akzeptanz, Zuversicht, Netzwerkorientierung, Gefühle benennen und Grenzen setzen, um mit den Widrigkeiten des Lebens besser umgehen zu können und im besten Fall daran zu wachsen.

Neurodiversität in der Psychotherapie

Nicht jedes Gehirn funktioniert gleich — und das ist keine Störung, die es zu beheben gilt. Neurodiversität in der Psychotherapie ernst zu nehmen heißt für mich, Reize, Routinen und Kommunikationsstile an das Kind anzupassen statt umgekehrt. Ich habe diverse Fortbildungen in der Begleitung von Kindern & Jugendlichen im Autismus-Spektrum, sowie im Bereich ADHS absolviert. Zudem bringe ich persönliche Erfahrungen mit.

Ich arbeite praxisnah, methodenübergreifend und auf Augenhöhe — gerne auch mit Humor. Eine methodenübergreifende Therapie bedeutet: Die Methode richtet sich nach dem Menschen, nicht der Mensch nach der Methode. Es geht nicht darum, schnell wieder zu funktionieren. Es geht darum, gemeinsam zu verstehen, was gerade gebraucht wird und mit gesteigertem Mut den eigenen Weg zu mehr Leichtigkeit, Selbstvertrauen, Stärke und Freude zu finden.

Häufige Fragen

Wie läuft eine systemische Familientherapie ab?

Am Anfang steht ein kostenfreies Vorgespräch von 20 bis 30 Minuten. Danach folgen Sitzungen von 60 Minuten — je nach Anliegen mit dem Kind allein, mit Eltern oder gemeinsam. Der Ablauf einer systemischen Familientherapie ist nicht festgelegt: Wir klären zu Beginn ein Ziel und prüfen unterwegs regelmäßig, ob der Weg noch stimmt. Häufig genügen wenige Sitzungen.

Was sind typische systemische Fragen? Beispiele

Systemische Fragen öffnen neue Blickwinkel, statt Ursachen zu suchen. Beispiele: „Woran würdest du zuerst merken, dass es dir besser geht?", „Was würde deine beste Freundin sagen, was dir hilft?", „Wann war es zuletzt ein wenig leichter — und was war da anders?"